Ein paar Tage sind vergangen seit wir in Polen waren und ein
paar Kilometer sowieso um genau zu sein sind es bisher 1933 km von Berlin bis Odessa. Leider
findet sich selten mal ein WLAN Netz oder Internet Cafe. Besser wirds
jedenfalls nicht, je weiter wir in den Osten kommen, aber nicht verzweifeln,
wir versuchen jede Möglichkeit zu nutzen, uns zu melden 😉

Nachdem wir also
die letzten polnischen Kilometer an meinem Geburtstag geschafft hatten, haben
wir am selbigen Abend die ukrainische Grenze ĂŒberquert. Es war nich viel los
und wir brauchten nur ca 2h um alle FormalitÀten abzuhandeln und Europa hinter
uns zu lassen. Es ist schon ein komisches GefĂŒhl zum ersten Mal die europĂ€ische
Grenze nicht mit dem Flugzeug zu verlassen, sondern ĂŒbers Land von einer Grenze
zur nÀchsten zu tingeln. Da es bereits Nacht war, sind wir nur noch ein paar
Kilometer gefahren und haben uns ein kleines Motel am Strassenrand gesucht.
Dummerweise geht die Zeit in der Ukraine 1h vor unserer Zeit. So war es dann schon
2 Uhr nachts. Zum GlĂŒck gab es einen NachtwĂ€rter dem wir mit HĂ€nden und FĂŒssen
erklĂ€ren konnten, dass wir ein Zimmer fĂŒr die Nacht benötigen. Ist schon toll,
das erste Mal russich reden zu mĂŒssen und jeden Tag lernen wir neue Wörter!

Am nÀchsten Tag fuhren wir ersteinmal weiter in Richtung
Odessa zum schwarzen Meer. Ich habs also nicht mehr geschafft an meinem
Geburtstag baden zu gehen…naja aber dazu spĂ€ter mehr.

Der nÀchste Tag voller Optimissmus und Tatendrang und ein
bisschen zu schnell in die erste ukrainische Polizeikontrolle. Schon
erstaunlich wie korrupt die Bullen hier im Norden der Ukraine sind. Die haben
uns erstmal mit astronomisch hohen Strafen gedroht plus einen Tag im Knast,
wenn wir nicht zahlen. UnglĂŒcklicherweise hatten wir uns wirklich nicht korrekt
im Strassenverkehr verhalten und uns dem Verkehrsfluss angepasst. Böser Fehler!
Wir sind natĂŒrlich die reichen Touristen. Naja, ich konnte die Strafe dann auf
50 Euro fĂŒr uns beide runterhandeln. SpĂ€ter am Tag gabs eine zweite Kontrolle bei
der wir ein Stopschild ĂŒbersehen hatten. Uns wurde ein Bussgeldkatalog gezeigt,
den wir natĂŒrlich nicht lesen konnten, aber der Police Officer war auch sehr
nett und knöpfte uns nur ca 15 Euro in Griwna (das ist die ukrainische WÀhrung)
ab.

Da wir uns fortan an die Verkehrsregeln hielten, werden wir
permanent mit teils waghalsiger Manövern von Einheimischen ĂŒberholt und dabei
interssiert bestaunt. Wir kommen dadurch zwar etwas langsamer, aber auch
gĂŒnstiger voran. Keine Strafen mehr und weniger Verbrauch. Optimale Sache!

Durch unsere gemĂŒtliche Faht kamen wir am Montag den 07.09.
in Odessa an. Völlig verplant und ohne eine Karte stĂŒrzten wir uns in den
Stadtverkehr. Einfach erstmal Richtung Zentrum. Ist ja ausgeschildert, so ca. 2
Mal, den Rest fÀhrt man halt intuitiv in eine Richtung. Wir hatten allerdings
eine Adresse eines Kinos mit einer Kontaktperson in Odessa durch die
Kinoleiterin in Berlin. Irgendwann konnten wir durch einen Àussert hilfreichen
Passanten einem Taxi hinterherfahren, welches uns zum besagten Kino brachte.
DafĂŒr verlangte er satte 20$ und wir glaubten noch er wolle 20 in einheimischer
WĂ€hrung…und wieder mal mussten wir die first day tax blechen. Ich konnte ihn
noch auf die HĂ€lfte runterhandeln, doch
immerhin waren wir dafĂŒr angelangt.

Im Kino traf ich gleich auf Wladimir, wÀhrend Lars draussen
auf die MotorrĂ€der aufpasste. Ich folgte ihm in sein BĂŒro, wĂ€hrend sein Kollege
Sergej dazukam. Die beiden sind quasi die Chefs des Kinos. Sergej ist fĂŒr die
Gastronomie verantwortlich. Im BĂŒro halfen die beiden fĂŒr uns ein kleines
Appartment fĂŒr die nĂ€chsten zwei Tage, zufĂ€lliger weise gleich neben dem Kino
zu finden. Perfekt! Unsere MotorrÀder konnten wir im Lagerraum des Kinos
unterstellen. Einfach unglaublich! Durch einen kleinen Lift konnten wir die
Maschinen einzeln in die obere Etage befördern und die nÀchsten zwei Tage
beruhigt unterstellen.

Doch zuerst mussten wir den ganzen Krempel in unser kleines
Appartment bringen. Auf dem Weg fast direkt vor unserer neuen HaustĂŒr wurden
wir von einem ukrainischen PĂ€archen auf englisch angesprochen und gleich mal
eingeladen am Abend vorbeizuschauen…der Beginn einer wunderbaren
Freundschaft. Boba (Wowa
gesprochen) und Maria sind seit zwei Jahren verheiratet und haben eine schicke Wohnung im selben Wohnkomplex. Die beiden zeigten uns
abends eine schöne Bar, in der wir auf ein paar Freunde trafen. Summasumarum
war ein lustiger Abend 😉

Am nÀchsten Tag gings endlich ans schwarze
Meer mit fantastischem Wetter. Herrlich! Die Fotos von Odessa haben wir bereits
online gestellt. Einfach mal angucken. Abends sind wir dann lecker essen
gegangen. Lars hatte Froschschenkel und musste hungrig ins Bett. Das war wohl
doch nur ein Aperitif.

Den nÀchsten Tag
wollten eigentlich weiterfahren, aber wir hatten noch ein kleines Problem mit
Lars‘ seiner Maschine und wollten sie uns
vorher noch anschauen. Also ab ins Kino zu Sergej, der uns noch eine kleine
FĂŒhrung in dem Kino anbot, welche wir gerne annahmen. Wir kosteten alle
Popcornsorten durch, von Karamell, ĂŒber salzig, mit KĂ€se bis Schinkengeschmack.
Alle richtig lecker. Die FĂŒhrung war sehr interessant, die sind wirklich gut organisiert.

Also
verging die Zeit wie im Fluge und wir kamen diesen Tag nicht mehr los. Boba und Maria boten uns an bei ihnen im Wohnzimmer zu ĂŒbernachten, das nahmen wir gerne an. Im Gegenzug
fuhren wir mit den beiden auf unseren Maschinen an einen menschenleeren Strand
und genossen noch den Rest des Tages. Am Abend gabs russische KĂŒche zu Hause
mit richtig leckerem ChiliVodka. Einfach toll. So hat uns die Ukraine gefallen.
Der Abschied am nÀchsten Tag fiel uns dementsprechend schwer. Aber wir mussten
weiter. Unser Visa in Kasachstan lÀuft ab dem 10.09., was wir schon nicht mehr
schaffen werden.

Ab nach Russland
und mal sehen was noch kommt. Mit der Sprache klappts auch irgendwie und wir
verstehen immer mehr. Leider gibt’s wie gesagt nicht so viele InternetzugĂ€nge,
aber wir versuchen euch auf dem laufenden zu halten. Übers Handy sind wir auch
fast jederzeit zu erreichen.

Viele GrĂŒĂŸe nach
Hause!

Eure Weltenbummler
Lars und Pierre