Blog Image

Neues aus der Mitte

Noch ein weiter Weg in Kasachstan – von Astana bis Almaty

Neuigkeiten Posted on Mo, Februar 22, 2010 19:31:42

Beim letzten Mal haben wir euch berichtet, wie wir
unser Hotel verließen und von einem Yamaha-Mitarbeiter in eine
Werkstatt gebracht wurden. Besagte Werkstatt wurde uns schon von
unserem Feund Artur aus Atyrau nur mit Vorsicht empfohlen, da die
Mechaniker nicht viel Erfahrung haben. Leider blieb uns nichts
anderes übrig, denn mein Motor hörte sich wirklich nicht gut an und
wir mussten in die Werkstatt. Nachdem wir angekommen waren
versammelten sich erst einmal alle um unsere Bikes, die jetzt in der
Garage standen. Es wurde viel gefachsimpelt und diskutiert und
nachdem klar war, dass es etwas ernsteres sein könnte, wurde uns
vorgeschlagen den Motor auseinander zu nehmen, um der Sache auf den
Grund zu gehen. Artyom, unser Mann von der Werkstatt war auch so
hilfsbereit uns ein Apartment für die Zeit zu besorgen, die wir noch
in Astana verbringen mussten. Die Reparatur sollte nämlich eine
Weile dauern.

Zum Abend hin konnten wir unser neues zu Hause
beziehen. Die Vermieterin war eine Frau mit deutschen Vorfahren,
konnte allerdings kein deutsch und war so misstrauisch, dass sie
jeden Tag die Miete haben wollte. Wir wussten zudem auch nicht wie
lange wir bleiben wollten oder mussten. Aber um unseren Einstand zu
feiern in der ersten eigenen Wohnung in Kasachstan, gingen wir
Pelmeni einkaufen und kochten sie später in unserer Küche. Ein
leckeres Abendessen!

Eine gemütliche Küche zum Schmausen

Ansonsten ist Astana nicht allzu sehr erwähnenswert.
Die Stadt wurde 1997 von der Regierung als Hauptstadt erwählt und
wird nun künstlich hochgezogen mit neuen Regierungsbauten und
Hochhäusern um den Norden Kasachstans mehr zu entwickeln. Es gibt
hier nicht viele Touristen fast nur Geschäftsleute, deshalb ist der
Lebensstandard in der Stadt sehr teuer.

Der Blick auf das Weiße Haus.

Der eigentliche Grund Astana zu besuchen lag in der
Begegnung mit einem Kasachen in Atyrau, der uns davon abriet die
Südroute zum Aralsee zu nehmen, welche durch die Grenze zu
Usbekistan für Ausländer recht gefährlich sein soll. Nun ja, so
etwas hatten wir schon öfter auch über andere Gegenden gehört und
je öfter wir so etwas hören umso weniger glauben wir es und deshalb
bereuten wir es schon ein wenig über den doch recht eintönigen
Norden gefahren zu sein. Aber sein zweites Argument überzeugte uns
letztendlich. Auf der Südroute liegt der alte sowjetische
Weltraumbahnhof Baikonur auf dem Weg, welcher militärisches
Sperrgebiet war und das die Einrichtung auch heute noch von den
Russen für Raketenstarts genutzt wird, kann es passieren, dass
dieses Gebiet weiträumig für mehrere Tage einfach gesperrt wird und
wir würden dann festsitzen. Daher nahmen wir die Nordroute.

Nordroute durch Kasachstan

Als wir dann abends in unserem Apartment in Astana
saßen und ich mich kulturell durch ein fremdes Fernsehprogramm
beabsichtigte weiterzubilden, blieb ich auf einem bestimmten Sender
hängen. Links oben in der Ecke stand „live“ und ich musste laut
loslachen. Lars kam dazu und wir konnten live mit ansehen wie gerade
in diesem Moment die Russen in Baikonur einen Satelliten ins All
schickten. Genau zu dieser Zeit hätten wir also auch dort
festgesessen, nur eben im Süden. Das zeigte uns mal wieder, dass wir
irgendwie doch alles richtig angehen.

Am nächsten Tag hofften wir auf gute Neuigkeiten in
Bezug auf mein Motorrad. Was uns erzählt wurde kam dann aber eher
unseren schlimmsten Befürchtungen gleich. Der Ölstand war auf ein
zu niedriges Level gesunken und somit hatte der Kolben durch die
Reibung einen immensen Schaden angerichtet. Ob das repariert werden
konnte und die nötigen Teile aufzutreiben waren, war zu diesem
Zeitpunkt noch unklar. Uns wurde bewusst, dass dies schon das
vorzeitige Ende unserer Reise bedeuten könnte.

Wenn das mal wieder zusammenpasst?

Verdammtes Öl, dass wir daran nicht schon früher
gedacht hatten. Wir fühlten uns wie die absoluten Anfänger. Aber
wir lernen ja aus unseren Fehlern und machten uns gleich daran mit
den Leuten aus der Werkstatt eine Lösung zu finden. Artyom versprach
uns sein Bestes zu tun und alle Möglichkeiten abzuwägen.

Wir nahmen uns den Rest des Tages Zeit die Stadt noch
ein wenig näher zu erkunden. Nur leider ist Astana nicht auf
Fußgänger ausgerichtet, was Lars auch schmerzlich zu spüren bekam
als er kurzerhand neben mir fast in einem Gulli verschwand. Der
Deckel war nur aufgelegt und schwang beim darauf treten beiseite. Mit
einer leichten Prellung und dem Schrecken, verfluchten wir beide
diese Stadt, die uns bisher nur Kummer bereitete.

Das Wahrzeichen Astanas

Am Abend kamen wieder bessere Nachrichten. Artyom
berichtete uns, das Teil welches ausgetauscht werden müsse, kann aus
Almaty bestellt werden und wäre am nächsten Tag noch vor Ort. Nur
hätten wir keine Garantie ob nach dem Einbau auch alles
funktioniert. Wir mussten es wagen. Wir gaben unser OK und bekamen
am selben Tag einen Kostenvoranschlag, handgezeichnet! Die Kosten
möchte ich später erst erwähnen, denn ich musste schon zweimal
hinsehen um sicher zu gehen, dass das US-Dollar waren und keine
kasachischen Tenge. Also gut sollen sie die Maschine reparieren.

Den Kolben hats zerissen!

Die Reparatur sollte nur noch ein paar Tage
andauern, da die unwissenden Mechaniker keine Ahnung hatten und den
Motor komplett ausbauen mussten. Dieser wurde dann an die technische
Universität gebracht, wo ein bekannter Professor um Hilfe gebeten
wurde. Trotzdem dauerte es noch ein Weile. In der Zwischenzeit
machten wir über eine Webseite namens Couchsurfing.com Bekanntschaft
mit einer Kasachin Namens Alya, die uns ein wenig die Stadt zeigte.
Die besagte Webseite ist eine wirklich tolle Möglichkeit um Leute
vor Ort kennen zu lernen, die einen die Stadt zeigen wollen oder
sogar einen Platz zum schlafen anbieten. Auf unserer weiteren Reise
haben wir die Seite noch oft genutzt um Leute kennen zu lernen und
einen Schlaflatz zu finden.

Nachdem nun das Problem gefunden und behoben war,
konnten wir endlich weiterfahren. Ich war nach meiner ersten
Testfahrt nicht ganz zufrieden, da ich das Geräusch oder zumindest
ein ähnliches noch immer hören konnte. Jedoch drängte uns die Zeit
weiter zu fahren.

Ein kritischer Blick und dann aber ab.

Am 1. Oktober mal wieder zum späten Nachmittag
fuhren wir aus Astana los in Richtung Balkashsee und Almaty.
Natürlich kamen wir nach dem späten Aufbruch nur ein paar hundert
Kilometer weit und campierten zwischen einer Baumreihe (quasi ein
paar verkrüppelte Bäumchen) unweit der Straße.

Am nächsten Morgen sputeten wir uns für unsere
nächste Etappe. Unser Tagesziel sollte ein schöner Platz zum Campen
am Ufer des Balkashsees werden. Das Hindernis war nur unsere
Entfernung zum See. Wir fuhren den ganzen Tag, durchquerten einige
Ortschaft, deren Namen wir kaum im Gedächtnis behielten und manchmal
nur schwerlich den Weg hindurch fanden. Das hieß in dem Falle
umkehren und nach dem Weg fragen. Solche Aktionen, das Tanken und die
vielen Pausen ließen den Tag wie im Fluge vergehen. Und es waren
noch einige Kilometer bis zum See, als uns die Dämmerung einholte.
Kurz vor Balkash, dem ersten Ort am See mussten wir nochmals tanken
und konnten den Sonnenuntergang aus unserer Fahrtrichtung beobachten.
Er war wunderschön, doch betrachteten wir ihn mit gemischten
Gefühlen. Denn nun galt es wieder einmal einen Schlafplatz im
Dunkeln zu finden.

Mitten in der Dämmerung Kasachstans

Ungefähr 100 Kilometer weiter und in der Finsternis,
die ein wenig vom halb vollem Mond erhellt wurde, pflügten wir uns
durch die Landschaft. Noch immer auf der Hauptstraße, sahen wir den
See einfach nicht, obwohl ich das Wasser bereits riechen konnte. Wir
nahmen die nächstbeste Abzweigung in Richtung See. Die Straße war
äußerst schlecht und wir durchquerten ein halb verlassenes und
verfallenes Dorf. Wieder so ein gruseliger Ort, dachte ich. Kurz
hinter dem Dorf, war Endstation. Wir standen vor einer alten
Militäreinrichtung, zumindest sah es so aus. Aber sie schien noch
nicht ganz verlassen zu sein. Wir sahen ein paar Lichter und von
überall her kam Hundegebell, wahrscheinlich durch unser
Motorgeräusch ausgelöst. Denn in allen Dörfern und Städten wurde
wir von Hunden verfolgt, sobald sie uns nur hörten. Jedenfalls
drehten wir um und durchfuhren abermals das in der Nacht so
unheimlich scheinende Dorf. Kurz dahinter nahmen wir einen
unscheinbaren Weg quer übers Feld. Der See lag immer spürbarer in
der Luft und wir konnten ihn in der Ferne sehen, dachten wir
zumindest. Wir fuhren über ein unbefestigtes Feld, aber der Boden
war noch befahrbar. Bis wir an ein umgepflügtes Stück angelangten.
Das war der Punkt als wir unser Ziel direkt am Ufer zu übernachten
aufgaben. Wir bauten unser Zelt auf und machten uns unser verdientes
Abendmal, Reis mit Fleischsoße. In der Ferne sahen wir den See
schimmern und der Wind hauchte uns die Seeluft in die Lungen. Wir
gingen zufrieden schlafen.

Ein Schlafplatz mit Seeblick

Die Aussicht am nächsten Morgen überraschte uns,
und wir mussten erst einmal laut lachen. Wir hatten unser Zelt nur
ca. 50 Meter vom See entfernt aufgebaut und nun standen wir da mitten
im Salatfeld. Leider ließ uns der Wind kaum Zeit für ein gediegenes
Frühstück. Wir beeilten uns ein wenig mit dem zusammenpacken. In
der Zwischenzeit bekamen wir noch Besuch vom Bauern auf dessen Feld
wir übernachtet hatten. Erst recht vorsichtig, welchen
ungewöhnlichen Besuch er doch hatte, so wurde er sehr freundlich als
er hörte, dass wir aus Deutschland waren. Er erzählte uns, dass er
einen Brieffreund in Deutschland hat und konnte dadurch auch ein paar
Brocken deutsch. Dann wünschte er uns noch eine gute Reise und wir
machten uns vom Acker.

Unser nächstes Etappenziel war Almaty. Innerhalb des
Tages wollten wir die ehemalige Hauptstadt erreichen. Wir hatten auch
schon jemanden der uns erwartete. Über Couchsurfing hatten wir
jemanden gefunden, der uns später nicht nur einmal aus der Patsche
helfen sollte. Wir hatten also aus unseren Fehlern gelernt, ohne Plan
in eine große Stadt zu kommen. Aber der Weg ist weit und der Tag ist
kurz. Wenn nur mal alles gut geht…

Wir wollten jedoch unbedingt einen Stopp am See
machen. Wir hatten gehört, dass sich der See in einen Teil mit
Salzwasser und einen Teil mit Süßwasser trennt. Dem wollten wir
nachgehen. Das gestaltete sich schwieriger als gedacht. Wir fanden
nur schwer einen direkten Zugang zum See. Es gibt auch kaum
Vegetation um den See herum, es gibt keine Bäume nur wenige
Sträucher und der Wind ist unerbittlich. Auch wenn die Sonne schien,
war es auf der Straße äußerst kalt. Wir nahmen an, dass der Teil
des Sees, den wir entlang fuhren Salzwasser enthalten müsste
aufgrund der mickrigen Vegetation. Weit gefehlt! Es war Süßwasser.

Der steinige Badestrand

Um an das Ufer heranzukommen, fuhren wir ein
unbefestigtes Stück Weg entlang an einem Hof vorbei, der einer
Schrotthalde glich. Kurz nachdem wir das Wasser erreicht und den
Salzgehalt und die Temperatur überprüft hatten, war klar wir müssen
unbedingt baden gehen. Auch wenn das Wasser gefühlte 5°C warm war,
immerhin war es der 3.Oktober und Feiertag, also Zeit sich mal was zu
gönnen. Der Strand war gut windgeschützt, so konnten wir ein wenig
Sonne tanken und das Wasser schien dadurch auch erstmal nicht mehr
allzu kalt.

Doch plötzlich bekamen wir Besuch. Polizeikontrolle!
Wahrscheinlich hatten die Bewohner der Schrotthalde Angst bekommen
als wir vorbei fuhren und dachten wir würden was anstellen z.B.
baden gehen oder so!? Jedenfalls konnten wir ihnen erklären woher
wir kamen, wohin wir wollten und das wir ja eigentlich nur Touristen
sind. Und schon wenn man erwähnt, dass man aus Deutschland kommt,
wird einem fast überall ein Lächeln entgegnet. Uns so schenkten uns
die Beamten als Freundschaftsbeweis einen Trockenfisch und machten
sich wieder auf und davon. Jetzt konnten wir in Ruhe schwimmen gehen.
Also, wir rannten ganz schnell rein und ganz schnell wieder
raus…brrr. Das war vielleicht kalt, aber wenn wir wüssten was uns
auf unserer Reise an Kälte noch bevorstehen würde.

Das schmeckt aber lecker!

Den Rest des Reisetages verbrachten wir auf der
Straße mit Almaty als Ziel. Wir hatten ja bereits eine mögliche
Unterkunft über Couchsurfing gefunden und unsere Gastgeberin
erwartete uns zum Abend. Wir versuchten also konstant durch zu
fahren. Die Landschaft änderte sich nicht viel. Ab und an tauchte
der See zur linken Seite auf und ein paar kleinere Ortschaften, die
wir durchquerten. Immer dieselbe kahle Landschaft, keine Bäume, kein
grün, nur die Straße und die Steppe. Die Sonne, die nicht wärmt
und der eiskalte Wind, der uns auf den Motorrädern permanent von der
Seite angriff.

Nun aber weiter, sonst kommen wir nie an!

Die Dämmerung stand bald wieder bevor und wir hatten
noch mindestens 200km bis Almaty. Das hieß dann wieder Nachtfahren,
das wurde langsam zu Gewohnheit. Dann plötzlich tauchten am Horizont
zum Abendrot mit einem Mal dunkle Wolken auf, und uns beschlich das
Gefühl wir könnten heute unsere erste Regenfahrt bekommen. Jedoch
ist das Glück mit den Reisenden und in unserer Richtung spalteten
sich die Wolken und machten Platz für einen trockenen Weg nach
Almaty. Die Nacht war jedoch stockfinster und wir sahen fast nichts.
So auch einige Traktoren, die am Straßenrand entlang fuhren, zum
Teil sogar mit Pflug oder die Kühe, die uns im vorbeiknattern nur
verständnislos wie erschrocken anstarrten.

Almaty war schon auf dutzende Kilometer Entfernung zu
sehen. Die Stadt erleuchtete den Nachthimmel. Zivilisation! Nur waren
wir längst noch nicht angekommen. Zivilisation heißt im
Straßenverkehr erst einmal Stau! Oder auch chaotischer Verkehr und
jeder zweite Autofahrer fuhr immer dicht auf, um uns zu fragen woher
wir denn seien. Das macht vielleicht die ersten 10 Minuten noch Spaß,
aber wir mussten uns erstmal 2 Stunden durch den Stadtverkehr quälen
um im Zentrum keinen Plan zu haben wo wir sind. Wir hatten zwar eine
Adresse, nur was es uns nicht geglückt einen Stadtplan zu finden.
Den bekamen wir nach zahllosen Versuchen in einem 4* Hotel. Dann
engagierten wir einen Taxifahrer uns zur besagten Adresse zu fahren,
natürlich zu einem überzogenem Preis. Dann waren wir endlich
angekommen. Wir wurden von der Schwester und dem Schwager unser
Couchsurferin von der Straße geholt, konnten unsere Maschinen auf
einem bewachten Parkplatz stehen lassen und bekamen sofort ein
Abendmal. Wir waren sehr erschöpft vom Tag, aber freuten uns riesig
über die Gastfreundschaft und waren gleichermaßen erstaunt darüber.
Nach einem schönen Abend in gemütlicher Runde mit der Schwester und
ihrem Mann gingen wir zu Bett. Unsere Gastgeberin mit dem Namen
Ksenja, war leider an dem Abend nicht mehr zu Hause und wir lernten
sie erst am nächsten Tag kennen.

Ein große Überraschung kommt selten allein.

Der nächste Morgen war wohl einer der
beeindruckendsten, den wir in Kasachstan erlebt hatten. Denn durch
unsere Nachtfahrt hatten wir nicht viel sehen können und wussten
eigentlich kaum, wie es um uns herum aussah. Durch das Fenster in
unserem Zimmer im obersten Stock sahen wir nach einer mehrwöchigen
Abstinenz an Vegetation und landschaftlicher Vielfalt, majestätische
schneebedeckte Bergspitzen, eine ganze Bergkette reihte sich vor
unseren Augen auf. Da sind wohl diese schönen Wow-Momente, die in
Erinnerung bleiben.

Was wir die nächsten 2 Wochen in Almaty erlebten,
könnt ihr im nächsten Eintrag lesen, der diesmal bestimmt nicht
solange auf sich warten lässt. Versprochen!

Bis dahin!

Eurer Lars & Pierre



Weiter geht’s in Kasachstan – von Atyrau bis Astana

Neuigkeiten Posted on Do, November 12, 2009 11:33:16

Es ist sehr schwer sich
die Zeit zu nehmen um alles aufzuschreiben was passiert. Wir haben
kaum Zeit, denn ständig passiert etwas neues. Aber mit einer kleinen
Verzögerung wollen wir euch nun doch berichten.

Beim letzten Mal verließen
wir schweren Herzens Atyrau und fuhren in Richtung Ural im Nordwesten
Kasachstans. Die Landschaft änderte sich nicht großartig, aber
wenigstens war die Straße vor kurzem neugebaut worden. Erstaunlich,
das hatten wir nicht erwartet. Auf allen großen Verbindungsstraßen
in Kasachstan wird im Moment gebaut und ebenso entstehen überall
neue Tankstellen, so man selten in die Notsituation kommt seinen
Reservekanister zu benutzen.

Natürlich kamen wir am
ersten Tag nur ca.100km weit bevor es dunkel wurde und wir uns ein
Nachtlager suchten. Was wir fanden war einer der schönsten
Übernachtungsplätze in Kasachstan. Inmitten einer Weide unter
Bäumen und weit weg der Straße und dem Lärm. Wir erreichten
unseren Weideplatz gerade zum Sonnenuntergang. Machten uns gemütlich
in der Dämmerung unser Abendessen und genossen später den klaren
Sternenhimmel.

Unser gemütlicher Platz auf der Weide…Muuuh

Herrlich war es zu sehen,
dass am nächsten Morgen Kamele und Pferde unweit an uns vorbei
zogen. Nach einem gediegenen Frühstück mit Kaffee ging es nach
kurzem Packen, was bei uns immer! ca. 2h in Anspruch nimmt, munter
weiter Richtung Ural (oder Uralsk).

Unterwegs tankten wir
unsere Maschinen an einer eigentlich normalen Tankstelle, was daran
jedoch ungewöhnlich sein sollte, stellten wir ca. 200km später fest
als unser Tank leer war. Denn normalerweise sind wir auf unserer Tour
bisher mindestens 350-400km mit einer Tankfüllung gefahren. Da war
dann wohl etwas Wasser im Tank. Aber man muss ja alles mal mitgemacht
haben. Also frohen Mutes wieder voll getankt und weiter. Nur mein
Motor meinte mit einem Mal komische Geräusche von sich zu geben.
Fatal war dass wir noch ca. 2000km von Astana entfernt waren. Dort
sollten wir eine Yamaha-Werkstatt finden können. Wir fuhren also mit
dem komischen Motorgeräusch weiter ohne dass wir etwas tun konnten.
Der Weg führte uns über zum Teil erstaunlich und unerwartet gute
Straßen bis hin zu absolut mörderischen Landwegen. Aber wie bereits
erwähnt, es wird überall gebaut. Lustig dabei sind immer die
Tankstellen, an denen bereits das Tankpersonal arbeitet jedoch wird
nichts zum Verkauf angeboten und Benzin gibt es auch nicht. Aber an
Alternativen mangelt es nicht.

Ural wurde von uns nur
durchfahren, damit wir unsere Lebensmittelvorräte auffrischen und
etwas Bargeld abholen konnten. Unglücklicherweise waren wir etwas
spät dran und konnten die Stadt gerade noch zum Sonnenuntergang
verlassen, was uns dazu zwang nur ein paar Kilometer entfernt unser
Nachtquartier aufzuschlagen. Etwas abseits der Hauptstraße zwischen
ein paar Bäumen fanden wir, wie wir meinten, ein recht geschütztes
Fleckchen. Beim Abendbrot essen bemerkten wir allerdings wie des
öfteren ein paar Meter von uns entfernt ein paar Autos auf dem
Feldweg entlang fuhren. Beim letzten Mal hörte ich wie zwei
Autotüren geschlossen wurden. Dann…Stille. Wir aßen weiter. Ein
paar Minuten später…ein Knacken im Unterholz. Für ein Tier viel
zu regelmäßig, dachten wir. Jetzt wurde uns recht mulmig. War da
jemand? Und wenn ja, was machte er dort? Durch unsere Taschenlampen
hätte man uns leicht sehen können. Wenn dort also jemand war und
uns gesehen hatte, warum sollte er sich dann im Unterholz verstecken.
Wollte er uns auflauern…? Solche und ähnliche Fragen schossen uns
durch den Kopf. Im Nachhinein völlig unsinnig, aber wir bewaffneten
uns mit dem Drehmomentschlüssel und unseren Taschenlampen und gingen
nachsehen. Nach 15 min. sinnlosem herumstolpern in den Büschen kamen
wir zu der Erkenntnis, dass es nur ein Tier gewesen sein kann.
Puuh…Glück gehabt. Beruhigt gingen wir schlafen.

Den nächsten Tag fuhren
wir bis nach Aktöbe und nahmen uns für eine Nacht mal wieder ein
überteuertes Hotelzimmer. Hier mal ein Tipp an alle Russland und
GUS-Staaten Reisende, besser über Couchsurfing oder ähnliches eine
Bleibe finden, den die Hotels haben meistens einen schlechten
Standard und einen noch mieseren Service. Das einzige Merkmal in dem
sie sich europäischen Hotels angleichen sind die Preise.

Aber zurück zur Stadt,
wir haben nun einmal eine Landkarte auf der grob gesehen die Städte
und die Hauptstraßen eingezeichnet sind. Wenn wir allerdings in eine
Stadt kommen, haben wir keinen Plan wo wir überhaupt hinfahren
müssen. Von Mukuch aus Atyrau haben wir den Tipp bekommen ins Hotel
Aktöbe zu fahren. Sollte recht günstig sein, aber wir haben in
solchen Situationen wohl einen Ausländer-Bonus und müssen
draufzahlen. Dafür bekommen wir jedes Mal einen Wegbegleiter, der
uns den Weg zeigt. Diesmal waren es ein paar neugierige Jugendliche,
die uns in ihrer schwarzen Limousine vorfuhren um uns zum besagten
Hotel zu bringen. Einer von ihnen konnte sogar etwas englisch und
erklärte uns, dass sie in Aktöbe die Mafia waren. Aha ja schon
klar, dachten wir uns. Wir tauschten höflich Telefonnummern aus und
erklärten, dass wir uns später vielleicht melden würden, falls wir
von unserer anstrengenden Fahrt nicht zu müde wären…

Am nächsten Morgen gab es
Frühstück im Hotel und gratis WLAN in der Lobby. Ein Grund warum
wir den halben Tag noch im Hotel verbrachten. Zum späten Nachmittag
fuhren wir dann endlich los ohne den kleinen Gangstern noch einmal
begegnet zu sein. Was auch ein bisschen schade war. Wir fuhren also
weiter und weiter und weiter und…in Kasachstan kann man tagelang
fahren, ohne dass sich die Landschaft großartig verändert. Auf
Dauer ist das ein wenig öde auch wenig die Bilder toll aussehen,
aber ein wenig Abwechslung wäre schon schön. Die dann folgende
Nacht war unsere kälteste bisher, zumindest unter freiem Himmel. Es
waren annähernd 0°C, aber mir den richtigen Sachen kein Problem.
Und wenn man 5 Lagen bei schlafen trägt, ist es wunderbar warm.

Have break…have a Keks!

Unser Höhepunkt am
nächsten Tag war an einer kleinen Dorftankstelle, an welcher eine
Karawane von Autos stand, mindestens 30 an der Zahl und es wurden
beständig mehr. Es waren Saudis auf dem Weg durch Kasachstan. Einige
konnten ein paar Brocken englisch, aber von wo sie kamen, konnten wir
leider nicht herausfinden. Wir tauschten ein paar Tipps über die
kasachischen Straßen aus und ernteten das übliche Schnalzen mit der
Zunge und ein leichtes Kopfschütteln, als wir von unserer Reise
erzählten. Was wir mittlerweile sehr als Kompliment auffassen und
gaben dieses Kompliment gerne zurück als wir uns auf der Karte ihren
Weg nach Saudi-Arabien zeigen ließen.

Eine weitere erstaunliche
Begegnung war mit einem Mini-Bus und einem Mädchen, das sich weit
aus dem fahrenden Busfenster herausgelehnt hatte um mir eine
Musikkassette zu geben. Ich dachte zuerst sie wolle nur ein Foto
machen. Nach dem Kassettenaustausch sah ich sie nur fragend an. Ich
wusste nicht was ich damit anfangen soll und war nur erstaunt über
dieses Geschenk. Bis jetzt hatte ich noch kein Abspielgerät gefunden
um mir die Musik anzuhören. Aber bei der nächstbesten Gelegenheit,
werde ich das tun.

Je weiter wir in den
Norden kamen umso eintöniger wurde die Landschaft, die Straßen
wurden auch nicht besser und um die Sache noch abzurunden machte
Lars` Maschine Zicken. Der Benzinfilter oder der Vergaser waren mal
wieder verschmutzt. Also angehalten und in den windgeschützten
Graben gerollt. Nach 2h Motorrad auseinander nehmen und wieder
zusammensetzen haben den Fehler nicht wirklich gefunden, aber die
Maschine lief erst einmal wieder. Meine Yamaha machte natürlich
immer noch komische Geräusche, aber unsere Versuche den Fehler
selbst zu lokalisieren schlugen fehl und wir beschlossen sobald wir in
Astana ankommen, würden wir die Werkstatt aufsuchen. Zur Belohnung
fanden wir einen wirklich schönen Schlafplatz versteckt zwischen
Bäumen auf einem Feld.

Köstanaj war der nächst
größere Ort. Da wir aber keine Lust mehr hatten auf schlechte und
überteuerte Hotels, diente uns der Ort ebenfalls nur zu Auffrischung
unserer Vorräte und wir suchten uns kurz dahinter einen Schlafplatz.
Das nächste Problem kam den Tag darauf. Wir hatten zwar wie gesagt
ein Karte, jedoch taugte die nicht allzu viel. Die Karte war 2 Jahre
alt und konnte uns nicht den richtigen Weg nach Astana zeigen.
Ausgeschildert war eine Straße, die uns sehr nach
Hauptverkehrsstraße aussah. Wir fuhren diese Straße ca. 300km in
die richtige Richtung um in der absoluten Pampa zu enden. Die
wunderbare Asphaltstraße gabelte sich in einer kleinen Ortschaft in
2 Kieswege. Wir wählten, die uns angemessene Richtung. Wird schon
irgendwie stimmen, dachten wir. Auf der Karte sieht es ja auch nicht
soweit aus. Nun muss man wissen, dass wenn es in Kasachstan schlechte
Straßen gibt, einfach neben der Straße gefahren wird. Auf dem Feld
nebenan wird quasi einen neue Straße eingefahren, die wir vielleicht
hätten nutzen sollen. Denn lediglich eine Menge LKWs nutzten den
Kiesweg.

Nach ca. 3km auf der Straße und ständigem Gegenverkehr so
dass einem die Sicht durch den aufgewirbelten Staub genommen wird,
verlor plötzlich Lars die Kontrolle über seine Maschine und
rutschte seitlich im tiefen Kies weg. Bei dem Versuch die Kontrolle
zurückzugewinnen und die Maschine sanft anzuhalten, fiel sie zur
rechten Seite und riss die Alubox sowie die vordere Verkleidung weg.
Ich beobachtete nur die Wolke im Rückspiegel aus der Lars nicht
herauszukommen schien und mir wurde noch bei seinem Funkspruch klar,
dass etwas nicht stimmte. Zum Glück blieb es bei den äußeren
Beschädigungen der Ténéré, die wir nach ein paar Stunden mit
Panzertape wieder ausbesserten. Lars ist nichts passiert, nicht einen
Kratzer! Das sollte uns eine Lehre sein. Dennoch waren wir erstaunt
über die Hilfsbereitschaft einiger LKW-Fahrer. Der erste am
Unfallort hielt sofort an und half die Maschine wieder aufzurichten.
Am schlimmsten beschädigt war die rechte Alubox, sie war total aus
der Form gebracht (siehe Fotos). Aber mit einem Stein als ältestes
Werkzeug des Menschen lassen sich viele Dinge wieder in Form bringen.
Lars hämmerte also ca. 2h auf die Box ein und mit ein bisschen
Panzertape sah sie wieder aus wie…naja wie eine Box. Aber jetzt
hatte das Motorrad an Charakter gewonnen.

Vor der Behandlung mit dem Stein und nach der Bekannschaft mit der Straße.

Mit den paar
Beschädigungen und zittrigen Knien ging es die Straße weiter,
obwohl wir wussten, dass es nicht der Highway war den wir suchten.
Natürlich fuhren wir jetzt auch auf der neuen Straße neben der
Straße. Vorbei an einsamen Gegenden, verlassenen Dörfern, alten
Sowjetfabriken und Geisterstädten, die doch keine waren. Wir
schienen im Herzen Kasachstans irgendwo im Nirgendwo gestrandet zu sein. Zum
ersten Mal auf unserer Reise war die Karte und unser GPS völlig
nutzlos und wir nahmen den Kompass zur Hilfe. Die Entfernungen haben
wir gewaltig unterschätzt. Wir fuhren einige hundert Kilometer den
Rest des Tages und den kompletten nächsten Tag in die von uns
geglaubte richtige Richtung. Und tatsächlich nach 2 Tagen des
Umherirrens fanden wir einige Wegweiser (scheinbar auch noch aus
Sowjetzeiten), die uns in die richtige Richtung führten.

Wir wollten nur noch in
Astana ankommen und fuhren auf dem zweit schnellsten Wege über
Köksetau, das uns als die Schweiz Kasachstans empfohlen wurde. Wir
haben die Ecke wohl verfehlt, denn hier sah alles genau so aus wie in
den vorangegangenen Orten. Von Köksetau nach Astana erlebten wir
allerdings wieder ein Überraschung. Die beiden Städte sind seit
kurzem mit der neuesten Autobahn Kasachstans verbunden mit z.T. 4
Spuren in beide Richtungen und freier Geschwindigkeit (zumindest wenn
man schneller als 200 km/h fährt, wird man eh nicht mehr angehalten,
wie soll da noch ein Polizei-Lada hinterherkommen?).

Im Nu waren wir in Astana,
nur leider mal wieder im Halb-Dunkeln. Nach unserem bekannten Muster
versuchten wir erst einmal eine Bleibe zu finden. Das gelang uns auch
nach einigen Fehlgriffen. Zum Beispiel in einem recht teurem Hotel,
was ich nicht wusste, daher mein Versuch den Preis und Verfügbarkeit
herauszufinden. Nach 4-5 Tagen in der Wildnis und auf dem Bike sieht
man allerdings nicht mehr ganz so frisch aus. Die Rezeptionistin
jedenfalls war recht schockiert, auch darüber dass sie Englisch
stammeln musste. Allerdings bekam sie nicht mehr heraus als: „Sorry,
we are full.“ Naja dann halt nicht. Also weiter gesucht und
gefunden. Wir bekamen ein Spezialpreis beim nächsten Hotel dem
Astana Park Inn, da der Rezeptionschef sich für Motorräder
interessierte und gleich ein Foto von sich auf Lars` Maschine machte.
Gepäck abgebaut und erst einmal wieder zivilisiert mit einer Dusche
und frischen Sachen. Durch doch recht teuren Preis blieben wir nur
eine Nacht und regelten gleich den nächsten Tag. Wir riefen bei
unseren Freunden in Atyrau an und diese organisierten uns ein
Abholtaxi von der lokalen Yamahawerkstatt am nächsten Tag. Unser
Hotel sei noch soweit erwähnt, dass wir am nächsten Tag beim
Frühstück (welches inklusive war) noch eine Überraschung erlebten.
Es gab kein Büffet, sondern wir mussten bestellen was wir gerne
möchten.
Nun fragten wir in gebrochenem Russisch nach, was es so gäbe. Brot,
Omelett, Kaffee etc. alles prima, dazu bestellten wir noch jeder einen
Oragangensaft. Ein gediegenes Frühstück, schönes Wetter und der Tag
schon halb durchgeplant. Was kann da noch schiefgehen!?

Ja…so sollte man gar
nicht erst denken. Beim auschecken sollten wir dann den Oragangensaft
bezahlen, da er nicht beim Frühstück inkl. war. Aha…und wo steht
das? fragten wir. Keine Antwort darauf und auch nicht warum niemand
darauf hinweist was beim Frühstück inklusive ist. Nach einer halben
Stunde Diskussion (es konnte ein Angestellter ein wenig Englisch) war
es uns erlaubt das Hotel zu verlassen ohne den Saft bezahlen zu
müssen…sehr gnädig. Touristen sind halt eine Seltenheit in Almaty
und die Geschäftsleute, die hier gastieren zahlen jeden Preis, da
meistens die Firmen auch alles bezahlen. Nun ja das war dann wieder
eine Hotelerfahrung mehr. Wir sollten das in Zukunft mehr
einschränken. Was wir weiter in Astana erlebt haben, erzählen wir
euch beim nächsten Mal!

Unser Mann von der Werkstatt.

Bis dahin is durchhalten
angesagt bei uns. Es ist verdammt kalt geworden. Aber keine Sorge wir werden alles aufschreiben
und vergessen nichts.

Ларс и Пьер



Die ersten Tage in Kasachstan

Neuigkeiten Posted on Mi, September 30, 2009 12:32:26

Unser Grenzübergang nach
Kasachstan fiel leider wieder auf einen späten Nachmittag, obwohl
wir uns ursprünglich vorgenommen hatten Grenzen vormittags
überqueren zu wollen. Das hätte die Schlafplatzsuche um einiges
vereinfacht. Dennoch verlief alles recht reibungslos an der Grenze,
der übliche Zettelkram und Bürokratie, sowie einige kleine
Missverständnisse. Wir dachten zum Beispiel wir wären fertig mit
allem und wurden unsanft zurückgepfiffen. Nochmal der Zoll, zum
zweiten Mal! Warum auch immer, wir ließen sie gewähren und konnten
dann kurz nach der Dämmerung die Grenze überqueren. Diesmal wollten
wir gleich an der Grenze Geld tauschen und nicht wie in Russland die
ersten hundert Kilometer vergeblich nach einem Geldautomaten suchen.
Lars ging in eine Wechselstube und ich wartete draussen. Das Warten
auf den anderen ist immer wieder interessant, denn lange bleibt man
nie alleine stehen. Ich wurde von Artur angesprochen, da er sich für
unsere Motorräder interessierte. Er ist der Chef eines Yamaha
Centers in Atyrau. Wenn wir also irgendwelche Probleme haben, meinte
er, können wir gerne vorbeischauen. Er wäre den nächsten Abend
wieder in der Stadt, da er in die entgegengesetzte Richtung nach
Russland fuhr. Wir freuten uns wie Bolle. Im Moment war noch alles
soweit in Ordnung mit den Motorrädern, aber es ist schön zu wissen
wo man hinfahren kann. Wir verabschiedeten uns und düsten in die
kasachische Nacht.

Nun ist es in Kasachstan
wie in jedem neuen Land, hinter der Grenze ist NICHTS. Und durchs
nichts im Dunkeln zu fahren ist nicht lustig. Nach ca. 100km in der
Dunkelheit und unzähligen Schlaglöchern entschieden wir uns in
einen Feldweg einzubiegen, der durch einige Hügel recht
sichtgeschützt aussah. Das war vielleicht die einzig richtige aber
auch fatale Entscheidung. Durch den tiefen Sand, kam ich mit dem
Motorrad ins Rutschen und schon lag ich zum ersten Mal richtig im
Sand. Genervt und frustriert bekamen wir die Motorräder noch ein
paar hundert Meter weit und bauen im Dunkeln unser Zelt auf. Lecker
Abendbrot gemacht, das hebt die Stimmung. Am morgen dann wieder die
Ernüchterung. Durch den Sturz war an meiner Maschine ein kleines
Leck am Tank enstanden, genau dort wo die Verkleidungsschrauben
sitzen. Aus dem einfachen Grund, weil die originalen Schrauben durch
neue, längere ersetzt wurden, die sich in den Tank gebohrt hatten.
Aber wenn wir was von MacGyver gelernt haben, dann dass man mit
Kaugummi fast alles kitten kann 🙂 Also Kaugummi reingedrückt und
wieder festgeschraubt. Und siehe da es hält! Nachtlager abgebaut und
ab nach Atyrau. Auf kasachischen Straßen zum ersten Mal bei
Tageslicht. Sieht gar nicht mehr so bedrohlich aus wie bei Nacht.

Als wir in Atyrau ankamen
wussten wir natürlich nicht wohin. Aber Artur hatte die Adresse vom
Yamaha Center aufgeschieben. Wir fragten einen Taxifahrer nach dem
anderen. Manch einer wollte ein paar schnelle Dollar an uns verdienen
doch wir lehnten ab. Schließlich fanden wir einen jungen Taxifahrer
der sein englisch ein wenig praktizieren wollte und uns direkt zu der
besagten Adresse vorfuhr. Kaum angekommen kamen gleich die
Mitarbeiter herausgestürzt um sich unaufgefordert an die Arbeit zu
machen. Von ihnen konnte keiner wirklich englisch und wir auch kein
gutes russisch. Nach einem Anruf und ein paar Minuten später kam
Mukuch, ein Freund von Artur um uns zu helfen. Der Tank war innerhalb
kürzester Zeit wieder in Ordnung. Wir nutzten die Gunst der Stunde
um nach einem Hotel zu fragen und einer Möglichkeit unsere Reifen zu
wechseln. Bei letzterem hatten wir keine Lust einen ganzen Tag in der
Pampa zu sitzen um das selbst zu erledigen.

Alles kein Problem, alles
wurde organisiert und wir waren willkommene Gäste. Abends holten uns
Mukuch und Artur mit einem SUV (ein riesiger Toyota Geländewagen) ab
und zeigten uns die Stadt bei Nacht und ihre Lieblingslokale.

Am nächsten Tag
verabredeten wir uns für eine kleine Offroad-Tour außerhalb der
Stadt. Die Jungs auf ihren ATVs und wir mit unseren Mopeds, ohne
Gepäck zum Glück. Wir durften dann auch mal die ATVs ausprobieren.
Hat wirklich Spaß gemacht und ganz nebenbei konnten wir die neuen
Reifen testen. Ein paar kleine Missgeschicke sind natürlich nicht zu
vermeiden gewesen, wie man auf den Fotos sehen kann. Am folgenden Tag
mussten wir leider schon wieder weiter. Wir verließen unser Hotel in
dem es kein Internet gab (Ist wirklich schwierig hier einen
Internetzugang zu finden) und wollten noch vor dem verlassen
wenigstens irgendwo unsere Emails abrufen. Also fuhren wir zu einem
größeren internationalem Hotel und wollten uns in die Lobby setzen
und einen Kaffee trinken. WLAN war verfügbar und der Kaffee stand
bereits auf dem Tisch…und zack. Strom weg! Unglaublich, ein
kompletter Stromausfall im ganzen Hotel und es gab kein
Notstromaggregat. Naja wir genossen erst einmal unseren Kaffee und
kurz darauf kam Mukuch mit einem Freund vorbei um sich zu
verabschieden. Zu viert gingen wir noch einkaufen um unsere
Lebensmittel und Wasserreserven aufzufrischen. Kurz bevor wir das
Hotel verließen, war der Strom natürlich wieder da. Is ja klar! Wie
auch immer, zum späten Nachmittag schafften wir es doch noch Atyrau
zu verlassen und uns von den Jungs zu verabschieden. Artur schaffte
es auch noch uns zum zweiten Mal Lebewohl zu sagen.

Das Land ist groß und der
Weg ist weit. Unsere Maschinen waren in Top Zustand und wir bestens
gerüstet und frohen Mutes uns ins Unbekannte zu wagen. Auch wenn wir
jetzt schon einige Kilometer durch Kasachstan geschafft haben, weiter
geht es beim nächsten Bericht. Bis dahin dürft ihr gespannt
bleiben!

Eure Motorradnomaden

Lars & Pierre



Bike City Volgograd, Russland

Neuigkeiten Posted on Mi, September 23, 2009 05:27:09

4 Tage von Odessa
bis Volgograd und insgesamt 3200km von Berlin aus auf dem Tacho. Das
ist echt hart. Jeden Tag im Sattel. Mir tut der Hintern weh und unser
Benzinkocher ist nach der ersten warmen Mahlzeit (lecker Spaghetti
mit Tomtensauce und Wurststückchen) kaputtgegangen. Tolle Technik
und kostet ja auch nicht viel 🙁 Also jeden
Morgen ohne Kaffee und abends keine warme
Mahlzeit. Das steigert die Laune nicht gerade.

Am Sonntag schafften
wir es jedoch endlich nach Volgograd. Die Stadt erschien uns auf den
ersten Blick alt und ernüchternd. Die vielen Plattenbauten aus
Sowjet Zeiten trugen zu unserem Bild bei. Aller Anfang ist schwer und
das gleiche gilt auch für Volgograd. Wir suchten erstmal das Zentrum
der Stadt. Mit nur zwei Straßenschildern Zentrum in der ganzen Stadt
(auf russisch natürlich) sucht es sich besonders gut. An einer Ampel
trafen wir dann auf den ersten Volgograder Biker der uns sogleich mit
Handschlag begrüßte und wieder im wilden Stadtverkehr verschwand..

Da wir kein Hotel finden
konnten, suchten wir schließlich wir ein Restaurant mit
Internetzugang suchen. Lustigerweise nannte es sich Oktoberfest. Ein
Bayrischen Lokal mit Volksmusik und Kellnerinnen in Dirndl. Wir
setzten uns auf die sonnige Terrasse mit guten Blick auf unsere
Maschinen. Nach einer halben Stunde fuhr der Biker wieder an uns
vorbei. Bei der zweiten Runde hielt er allergings und kam zu uns. Der
Biker stellte sich als Kostja vor. Leider war unserer Russisch für
ein ausgedehntes Gespräch noch nicht so ausgereift und sein Englisch
auch nicht so gut. Also rief er gleich einen Kumpel an, der englisch
konnte und alles übersetzte. Der Freund von ihm namens Sascha schlug
uns dann vor unsere Maschinen in einer Werkstatt abzustellen und uns
bei der Suche nach einem Hotel behilflich zu sein. Ein echter
Glücksfall. Wir hätten nie erwartet auf eine solch coole Bikerszene
hier in Russland zu treffen.Unsere Maschinen waren sicher verwahrt
und wir waren in einem alten aber leider überteuerten
Kommunistenhotel untergebracht. Endlich wieder eine Dusche.

Am nächsten Tag ging es
ab in die Werkstatt. An Lars seiner Maschine musste noch etwas
gemacht werden. Bei höheren Geschwindigkeiten und Stadtverkehr
machte sie Zicken. Russische Mechaniker sind sehr einfallsreich und
fleißig. Wir waren begeistert. Das Hauptproblem lag am Benzinfilter,
der zu Hause in der Werkstatt falsch herum eingebaut wurde (schöne
Grüße an Nico 😉

Also die Maschinchen wieder
fit gemacht und den Benzinkocher auch gleich noch in Reparatur gegeben,
konnten wir nebenbei die PCs in der Werkstatt nutzen um in Internet
zu gehen. Im Hotel kostete die Stunde WLAN mit schlechter Verbindung
dreiste 5$.

Zum Abend hin wurden wir
erstmal der Bikerszene vorgestellt. Man trifft sich sich auf einer
neu gebauten Brücke, die noch gesperrt ist und fürs Stunttraining
genutzt werden kann. Kleine Vorführung extra für uns. Danach ging
es in Kolonne zurück zur Werkstatt um die Maschinen für die Nacht
unter zustellen.Mit dem Chef der Werkstatt Ramon, seiner Freundin und
Andre, der ebenfalls in der Werkstatt arbeitet und uns übersetzte
gingen wir ins Tralli Valli, ein rustikal russisches Lokal und es gab
Vodka i Silotka, also Vodka und Fisch und noch andere deftige Sachen.
Zu jedem neuen Brot musste natürlich getrunken werden. An dem Abend
wurden dann 5 Flaschen Vodka abgeräumt. Von wegen trink niemals mit
nem Russen Vodka. Uns ging es blendend. Wir zogen noch weiter, mit
dem Taxi und trafen uns mit anderen Bikern.

Eigentlich wollten wir den
Morgen darauf weiterfahren, allerdings gefiel es uns sehr in
Volgograd mit den anderen Bikern die Stadt unsicher zu machen. Hier
hat kaum jemand ein Kennzeichen. Und die Polizei hält auch keine
Biker an. Zum fahren einige Polizisten selber Motorrad zum anderen
würde die Polizei niemals hinter herkommen. Es fahren hier fast nur
Sportmaschinen.

Im überteuerten Hotel
wollten wir allerdings nicht mehr bleiben, zu unfreundlich war das
Personal und zu schlecht das Frühstück. Uns wurde so leckere Sachen
von unseren neuen Freunden gezeigt, da kann so ein kontinentales
Frühstück im Hotel nicht mithalten. Jedenfalls lud uns einer der
Biker, der ebenfalls Roman hieß, zum Abendessen mit Übernachtung
bei ihm zu Haus ein. Seine Frau hatte für uns gekocht und während
wir in ihrem Bett schlafen konnten, begnügten sie sich mit der
Wohnzimmercouch. Wir konnten keinen Einwand vorbringen. Unglaublich
die russische Gastfreundlichkeit! Noch zum späten Nachmittag
besuchten wir die wenigen Sehenswürdigkeiten in Volgograd, die sich
alle auf die Schlacht um Stalingrad im 2.Weltkrieg begründen. Direkt
an der Wolga steht ein letztes Haus aus dieser Zeit, welches im halb
zerstörten Zustand als Mahnmal geblieben ist. Rund herum alte Panzer
und Flugzeuge und ein Museum, das schon geschlossen hatte. Weiter
fuhren wir zum Mamajev Hill, auf eine Riesenskulptur als Monument
welche auf die Stadt hinunter blickt. Ebenfalls ist diese Stätte
ein Kriegsdenkmal.

Nach dieser kleinen
Stadttour ging es mit den Maschinen ins Zentrum, wo wir jeden Biker
mit Handschlag begrüßen konnten. In einer kleiner Runde ging es
später noch in eine urste Bikerkneipe, die erst vor kurzem eröffnet
wurde. Sah man überhaupt nicht, wir merkten es nur daran dass es
keine Coke gab. Das wurde aber schnell geändert. Einer der Barjungs
flitzte schnell los und besorgte für uns zwei 2 Flaschen. Das wäre
eigentlich nicht nötig gewesen, aber man kann nichts dagegen sagen.
Der Besitzer der Kneipe schenkt uns beiden noch einen kleinen aus
Metall von ihm selbst gefertigten Glücksbringer für unsere Reise.
Ob wir den noch brauchen werden?! Die Nacht verbrachten wir also bei
Roman mit dem ich noch ein paar MP3s ausgetauscht habe. Ich habe
jetzt russischen HipHop und er Deutschen. Das nenne ich
Kulturaustausch.

Den Tag unserer Abreise
verbrachten wir mit einkaufen und packen. Wir mussten uns leider auch
einen neuen Kocher kaufen. Denn der überteuerte und nur 2x genutzte
Benzinkocher aus aus den USA war nur noch Schrott und konnte selbst
von den Russen nicht repariert werden. Daher musste er einem
russischen Gaskocher für knapp 10€ weichen. Ich hoffe nur dass die
5 Gaskartuschen reichen, die wir dazu gekauft haben.

Anstatt wie geplant zum
frühen Nachmittag loszufahren, schafften wir es erst gegen 17Uhr und
kamen nur ca. 100km bis vor die Stadt. Aber das wird eh langsam zur
Gewohnheit, wenn wir eine Stadt verlassen. Den nächsten Tag fuhren
wir durch über die Grenze bis nach Kasachstan. Der Grenzübergang
dauerte mal wieder knapp 2h und war ein Zettellauf wie an jeder
Grenze. Kurz hinter der Grenze begegneten wir einem Menschen, der
unseren Start in Kasachstan zum Vergnügen werden lassen sollte.
Aber davon mehr beim nächsten Mal 😉

Bis dahin erstmal!

Lars und Pierre



Von Krakau nach Odessa

Neuigkeiten Posted on Di, September 15, 2009 11:49:32

Ein paar Tage sind vergangen seit wir in Polen waren und ein
paar Kilometer sowieso um genau zu sein sind es bisher 1933 km von Berlin bis Odessa. Leider
findet sich selten mal ein WLAN Netz oder Internet Cafe. Besser wirds
jedenfalls nicht, je weiter wir in den Osten kommen, aber nicht verzweifeln,
wir versuchen jede Möglichkeit zu nutzen, uns zu melden 😉

Nachdem wir also
die letzten polnischen Kilometer an meinem Geburtstag geschafft hatten, haben
wir am selbigen Abend die ukrainische Grenze überquert. Es war nich viel los
und wir brauchten nur ca 2h um alle Formalitäten abzuhandeln und Europa hinter
uns zu lassen. Es ist schon ein komisches Gefühl zum ersten Mal die europäische
Grenze nicht mit dem Flugzeug zu verlassen, sondern übers Land von einer Grenze
zur nächsten zu tingeln. Da es bereits Nacht war, sind wir nur noch ein paar
Kilometer gefahren und haben uns ein kleines Motel am Strassenrand gesucht.
Dummerweise geht die Zeit in der Ukraine 1h vor unserer Zeit. So war es dann schon
2 Uhr nachts. Zum Glück gab es einen Nachtwärter dem wir mit Händen und Füssen
erklären konnten, dass wir ein Zimmer für die Nacht benötigen. Ist schon toll,
das erste Mal russich reden zu müssen und jeden Tag lernen wir neue Wörter!

Am nächsten Tag fuhren wir ersteinmal weiter in Richtung
Odessa zum schwarzen Meer. Ich habs also nicht mehr geschafft an meinem
Geburtstag baden zu gehen…naja aber dazu später mehr.

Der nächste Tag voller Optimissmus und Tatendrang und ein
bisschen zu schnell in die erste ukrainische Polizeikontrolle. Schon
erstaunlich wie korrupt die Bullen hier im Norden der Ukraine sind. Die haben
uns erstmal mit astronomisch hohen Strafen gedroht plus einen Tag im Knast,
wenn wir nicht zahlen. Unglücklicherweise hatten wir uns wirklich nicht korrekt
im Strassenverkehr verhalten und uns dem Verkehrsfluss angepasst. Böser Fehler!
Wir sind natürlich die reichen Touristen. Naja, ich konnte die Strafe dann auf
50 Euro für uns beide runterhandeln. Später am Tag gabs eine zweite Kontrolle bei
der wir ein Stopschild übersehen hatten. Uns wurde ein Bussgeldkatalog gezeigt,
den wir natürlich nicht lesen konnten, aber der Police Officer war auch sehr
nett und knöpfte uns nur ca 15 Euro in Griwna (das ist die ukrainische Währung)
ab.

Da wir uns fortan an die Verkehrsregeln hielten, werden wir
permanent mit teils waghalsiger Manövern von Einheimischen überholt und dabei
interssiert bestaunt. Wir kommen dadurch zwar etwas langsamer, aber auch
günstiger voran. Keine Strafen mehr und weniger Verbrauch. Optimale Sache!

Durch unsere gemütliche Faht kamen wir am Montag den 07.09.
in Odessa an. Völlig verplant und ohne eine Karte stürzten wir uns in den
Stadtverkehr. Einfach erstmal Richtung Zentrum. Ist ja ausgeschildert, so ca. 2
Mal, den Rest fährt man halt intuitiv in eine Richtung. Wir hatten allerdings
eine Adresse eines Kinos mit einer Kontaktperson in Odessa durch die
Kinoleiterin in Berlin. Irgendwann konnten wir durch einen äussert hilfreichen
Passanten einem Taxi hinterherfahren, welches uns zum besagten Kino brachte.
Dafür verlangte er satte 20$ und wir glaubten noch er wolle 20 in einheimischer
Währung…und wieder mal mussten wir die first day tax blechen. Ich konnte ihn
noch auf die Hälfte runterhandeln, doch
immerhin waren wir dafür angelangt.

Im Kino traf ich gleich auf Wladimir, während Lars draussen
auf die Motorräder aufpasste. Ich folgte ihm in sein Büro, während sein Kollege
Sergej dazukam. Die beiden sind quasi die Chefs des Kinos. Sergej ist für die
Gastronomie verantwortlich. Im Büro halfen die beiden für uns ein kleines
Appartment für die nächsten zwei Tage, zufälliger weise gleich neben dem Kino
zu finden. Perfekt! Unsere Motorräder konnten wir im Lagerraum des Kinos
unterstellen. Einfach unglaublich! Durch einen kleinen Lift konnten wir die
Maschinen einzeln in die obere Etage befördern und die nächsten zwei Tage
beruhigt unterstellen.

Doch zuerst mussten wir den ganzen Krempel in unser kleines
Appartment bringen. Auf dem Weg fast direkt vor unserer neuen Haustür wurden
wir von einem ukrainischen Päarchen auf englisch angesprochen und gleich mal
eingeladen am Abend vorbeizuschauen…der Beginn einer wunderbaren
Freundschaft. Boba (Wowa
gesprochen) und Maria sind seit zwei Jahren verheiratet und haben eine schicke Wohnung im selben Wohnkomplex. Die beiden zeigten uns
abends eine schöne Bar, in der wir auf ein paar Freunde trafen. Summasumarum
war ein lustiger Abend 😉

Am nächsten Tag gings endlich ans schwarze
Meer mit fantastischem Wetter. Herrlich! Die Fotos von Odessa haben wir bereits
online gestellt. Einfach mal angucken. Abends sind wir dann lecker essen
gegangen. Lars hatte Froschschenkel und musste hungrig ins Bett. Das war wohl
doch nur ein Aperitif.

Den nächsten Tag
wollten eigentlich weiterfahren, aber wir hatten noch ein kleines Problem mit
Lars‘ seiner Maschine und wollten sie uns
vorher noch anschauen. Also ab ins Kino zu Sergej, der uns noch eine kleine
Führung in dem Kino anbot, welche wir gerne annahmen. Wir kosteten alle
Popcornsorten durch, von Karamell, über salzig, mit Käse bis Schinkengeschmack.
Alle richtig lecker. Die Führung war sehr interessant, die sind wirklich gut organisiert.

Also
verging die Zeit wie im Fluge und wir kamen diesen Tag nicht mehr los. Boba und Maria boten uns an bei ihnen im Wohnzimmer zu übernachten, das nahmen wir gerne an. Im Gegenzug
fuhren wir mit den beiden auf unseren Maschinen an einen menschenleeren Strand
und genossen noch den Rest des Tages. Am Abend gabs russische Küche zu Hause
mit richtig leckerem ChiliVodka. Einfach toll. So hat uns die Ukraine gefallen.
Der Abschied am nächsten Tag fiel uns dementsprechend schwer. Aber wir mussten
weiter. Unser Visa in Kasachstan läuft ab dem 10.09., was wir schon nicht mehr
schaffen werden.

Ab nach Russland
und mal sehen was noch kommt. Mit der Sprache klappts auch irgendwie und wir
verstehen immer mehr. Leider gibt’s wie gesagt nicht so viele Internetzugänge,
aber wir versuchen euch auf dem laufenden zu halten. Übers Handy sind wir auch
fast jederzeit zu erreichen.

Viele Grüße nach
Hause!

Eure Weltenbummler
Lars und Pierre



Weiter »